Anerkennung und Dankbarkeit - Die Verleihung der ersten Einsatzmedaillen Gefecht© Bundeswehr/Bienert
Anerkennung und Dankbarkeit
Die Verleihung der ersten Einsatzmedaillen Gefecht
Von Carina N. Siegmund

Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg überreichte am Montag, den 29.November 2010 im Stauffenbergsaal des Bundesministeriums der Verteidigung Soldaten sowie Angehörigen gefallener Soldaten Ehrenkreuze der Bundeswehr in Gold, Ehrenkreuze der Bundeswehr für Tapferkeit und die neu gestifteten Einsatzmedaillen Gefecht. Damit würdigte er den Einsatz von insgesamt 15 Bundeswehrsoldaten.

Bisherige Einsatzmedaille wurde als nicht ausreichend empfunden


Elf Einsatzmedaillen Gefecht wurden postum den Familien gefallener Soldaten überreicht. Vor vier Tagen hatte der Minister bereits den Angehörigen des gefallenen Hauptgefreiten Sergej Motz die erste Einsatzmedaille Gefecht überreicht.
Die Ehrenmedaille der Stufe „Gefecht“ wurde rückwirkend zum 29. April 2010 vom Bundesminister der Verteidigung, Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, gestiftet und am 12. November 2010 von Bundespräsident Christian Wulff genehmigt. Sie ehrt die Teilnahme an einem Gefecht unabhängig von der Anzahl der Einsatztage und wird nach einmaliger Teilnahme an einem Gefecht oder dem Erleiden terroristischer oder militärischer Gewalt unter hoher persönlicher Gefährdung verliehen. Eine weitere Einsatzmedaille war notwendig, da die bisherige Einsatzmedaille als nicht ausreichend empfunden wurde, um die Einsatzbedingungen der Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan angemessen zu würdigen.

In seiner Ansprache lobte der Minister zunächst den Einsatz der gefallenen Soldaten, die postum ausgezeichnet wurden. Er forderte eine stärkere Anerkennung der Ausübung einer den Soldaten im Einsatz täglich abverlangten, gefährlichen und überaus wichtigen Pflicht, „von jedem Einzelnen von uns“ – insbesondere jedoch vom Dienstherren selbst. An dieser Stelle verdeutlichte er mit Nachdruck, dass seine Gedanken, die Verantwortung sowie seine Gebete für die Gefallenen, wie er sie beispielsweise im Rahmen der Trauerfeiern in Selsingen zum Ausdruck gebracht hatte, nicht mit dem Ende seines Amtes enden.


Den gefallenen Kameraden etwas zurückgeben


Die Auszeichnung begann mit den Ehrenkreuzen der Bundeswehr für Tapferkeit und den Einsatzmedaillen der Bundeswehr Gefecht für Hauptfeldwebel Mario Kunert, Hauptfeldwebel Philipp Oliver Pordzik, Hauptfeldwebel Ralf Rönckendorf und den Stabsgefreiten Maik Mutschke.
Der im Einsatz schwer verwundete Hauptfeldwebel Rönckendorf hatte am 09. April 2010 bei der Trauerfeier in Selsingen zum Minister gesagt, dass er dort sei, um seinen gefallenen Kameraden etwas zurückzugeben. Mit der Auszeichnung durch die Einsatzmedaillen gibt auch die Bundesrepublik Deutschland den Soldaten und ihren Angehörigen etwas zurück, wenn auch „im kleinsten, bescheidensten Rahmen“ – so zu Guttenberg.


Auf die Realitäten des Soldatenberufes hinweisen


Die Einsatzmedaillen der Bundeswehr Gefecht, die Ehrenkreuze der Bundeswehr für Tapferkeit sowie das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold händigte der Minister postum den Angehörigen des am Karfreitag in Isa Khel gefallenen Hauptgefreiten Martin Kadir Augustyniak, des Stabsgefreiten Robert Hartert und des Hauptfeldwebels Nils Bruns aus.
Der Minister würdigte die Tapferkeit der gefallenen Soldaten, die „in vielerlei Hinsicht Vorbild für viele“ seien. Er schilderte die Situationen, die zu den tödlichen Verwundungen der Soldaten geführt haben und hob ihren besonderen Einsatz und ihre außergewöhnliche Tapferkeit auch unter schwersten Bedingungen hervor. Die Ehrenzeichen seien eine Geste der Anerkennung und Dankbarkeit, und es sei in diesem Zusammenhang auch wichtig, immer wieder auf die Realitäten des Soldatenberufes hinzuweisen.


Die Mitglieder der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages tragen Verantwortung für die Soldaten, zu der auch die notwendige Unterstützung Angehöriger gefallener und verwundeter Soldaten in dieser unendlich schweren Zeit gehört

Auch im Rahmen der postumen Verleihung der Einsatzmedaillen der Bundeswehr Gefecht an die Familien von Oberstabsarzt Dr. med. Thomas Clemens Broer, Hauptgefreiter Martin Brunn, Hauptfeldwebel Marius Josef Dubnicki, Stabsunteroffizier Josef Otto Kronawitter, Hauptgefreiter Oleg Meiling, Oberfeldwebel Florian Pauli,
Major Jörn Radloff und Hauptgefreiter Alexander Schleiernick sprach der Minister von der „schwierigen, schweren Stunde“, in der die Angehörigen zusammen gekommen sind, und in der ihnen „der unermessliche Verlust [ihrer Söhne, Brüder und Partner] wieder schmerzlich vor Augen geführt“ werde. Doch es sei wichtig, auch diese schwere Stunde nicht vor der Öffentlichkeit zu verstecken, denn die Auszeichnung mit den Ehrenzeichen erinnere auch an den Eid der Bundeswehrsoldatinnen und –soldaten, der Bundesrepublik Deutschland „treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“ – was den höchsten Preis, das eigene Leben, fordern kann. Die Mitglieder der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages tragen Verantwortung für die Soldaten, zu der auch die notwendige Unterstützung Angehöriger gefallener und verwundeter Soldaten in dieser unendlich schweren Zeit gehört. Der Minister beendete daher die Aushändigung der Ehrenzeichen mit den Worten „…es gehört zu dieser Verantwortung, ein deutlich sichtbares Zeichen unserer Anerkennung für den gefahrvollen und schwierigen Dienst unserer Soldatinnen und Soldaten zu setzen. Denn diese Anerkennung haben sie verdient.“


Für die Soldaten sind die Ehrenzeichen ein Signal der Anerkennung für die Leistungen, über die jahrelang auch von der Presse nicht berichtet wurde

Die ausgezeichneten Hauptfeldwebel Mario Kunert und Hauptfeldwebel Philipp Oliver Pordzik sagten nach der Veranstaltung, dass sie sich durch die Auszeichnung mit der Ehrenmedaille Gefecht endlich auch die Wertschätzung der Öffentlichkeit erhoffen. Für die Soldaten sind die Ehrenzeichen ein Signal der Anerkennung für die Leistungen, über die jahrelang auch von der Presse nicht berichtet wurde. Ihre Auszeichnungen nahmen sie stellvertretend für ihren Zug und ihre Kompanie entgegen, insbesondere auch für die Kameraden, die verwundet oder gefallen sind.



Kommentieren Sie diesen Artikel
 
 
Freitag, 28. April 2017


Diese Webseite teilen
mit AddThis





Immer informiert
Folgen Sie uns!
Folgen Sie IMS auf Twitter  Werden Sie Fan von IMS auf Facebook  Abonnieren Sie kostenlos unseren RSS-Feed


Mehr Informationen
zum gewählten Artikel
Online veröffentlicht am
29. November '10 um 23:37 Uhr (CET).


Gastautoren

Gastautoren steuern hin und wieder Artikel bei und bereichern das Internationale Magazin für Sicherheit in besonderem Maße.


Dieser Artikel umfasst 899 Wörter und wurde noch nicht kommentiert.

Kommentieren Sie diesen Artikel


Twitter
Die letzten 3 Tweets


    Aktuelle Ausgabe
    Nr. 2, 2011
    Mit Sicherheit vernetzt - Social / Military Media - Nr. 2, 2011

    Mit Sicherheit vernetzt
    Social / Military Media

    → Inhaltsverzeichnis


    Facebook
    Werden Sie Fan von uns
    Redakteur-Login

    PhishMEDIA
    • Anzeige

    • Unsere Partner