Piraterie am Horn von Afrika -  Außenminister Lavrov in Kenia: „Why now?  Better than never!“© IMS Petrovic
Piraterie am Horn von Afrika
Außenminister Lavrov in Kenia: „Why now? Better than never!“
Von David Petrovic

Nairobi, 16. November 2010. Mit Sergey Lavrov besuchte erstmals ein russischer Außenminister die Republik Kenia. Im Mittelpunkt der Gespräche mit dem kenianischen Staatspräsidenten Kibaki und seinem Außenminister Saitoti standen die Intensivierung der bilateralen und wirtschaftlichen Beziehungen beider Staaten sowie die Sicherheitssituation in der Region am Horn von Afrika, dabei besonders die Lage in Somalia und die Piraterie im Indischen Ozean. Mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding, das die Zusammenarbeit zwischen den diplomatischen Kaderschmieden beider Länder vorsieht, soll für die Zukunft der Weg zu guten, partnerschaftlichen Beziehungen geebnet werden.

Kenia sieht sich an der Grenze der Belastbarkeit


Piraterie sei ein ernstzunehmendes Problem für den Handel und eine internationale Herausforderung. In Kenia hatte jüngst der Spruch des obersten Gerichtshofes für Aufsehen gesorgt, indem Richter Mohammed Ibrahim die Zuständigkeit kenianischen Gerichten für Akte der Piraterie auf hoher See absprach. Die Republik Kenia werde auch in Zukunft seine Rolle in der Internationalen Gemeinschaft bei der Pirateriebekämpfung wahrnehmen, so Außenminister Saitoti. Doch fordere die Be- und Auslastung kenianischer Gerichte und Gefängnisse durch die von Drittstaaten übergeben Piraten eine gleiche Lastenverteilung der durch die Piraterie betroffenen Staaten. Kenia sehe sich an der Grenze der Belastbarkeit. Saitoti setzte sich, wie sein russischer Amtskollege, für ein burden sharing ein und fordert mehr internationale Unterstützung. Lavrov betonte die Notwendigkeit eines Internationalen Tribunals zur Verfolgung und Verurteilung festgenommer Piraten. In wirtschaftlichen Fragen dominierte von russischer Seite dass Interesse an der strategischen Lage der Region, insbesondere Kenias mit seinen Grenzen zu den vermuteten Ölvorkommen in Tanzania, Äthiopien und in Somalia. Kenia sieht in Russland einen zukünftigen Handelspartner, besonders beim Export von Kaffee und Tee. Beide Seiten betonten, dass der Ausbau der Beziehungen der Handelskammer beschleunigt werden müsse. Für den Tourismussektor, einer der Haupteinnahmequellen Kenias, soll in Zukunft eine direkte Verbindung Nairobi-Moskau eingerichtet werden.

"Why now? Better than never!"


Die Annäherung beider Staaten setzt sich auch im kulturellen Bereich fort. Die Vergabe russischer Stipendien an kenianische Studenten soll ebenso die Freundschaft beider Staaten befördern wie die Zusammenarbeit zwischen dem kenianischen Nationalmuseum und dem Peter der Große Museum für Anthropologie und Völkerkunde. Auf die Frage, warum erst jetzt ein russischer Außenminister das afrikanische Land besuche antwortete der sichtlich gut gelaunte Lavrov: Why now? Better than never.



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Dienstag, 22. August 2017


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Online veröffentlicht am
16. November '10 um 21:07 Uhr (CET).


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