Der Kommentar - Zu Guttenberg räumt auf
Der Kommentar
Zu Guttenberg räumt auf
Von Sascha Stoltenow

Man muss kein Prophet sein, um festzustellen, dass wir derzeit den Aufstieg eines überragenden Talents erleben, das das Potential hat, die Zukunft der deutschen Politik nachhaltig zu prägen. Mit strategischem Geschick, Stil und Konsequenz, hat sich Verteidigungsminister zu Guttenberg der militärischen und politischen Folgen der Bombardierung von zwei Tanklastzügen in Kunduz angenommen.

Der Rücktritt des Generalinspekteurs Schneiderhan war ebenso folgerichtig wie die Demission von Staatssekretär Wichert. Sollten immer noch einige Akteure im Verteidigungsministerium daran gezweifelt haben, dass zu Guttenberg es ernst meint, wenn er Transparenz fordert, dürften sie jetzt eines Besseren belehrt sein.

Die Zeiten des Herumlavierens sind vorbei. Auch personell ist der Weg nun frei, um eine neue Kultur im Bendlerblock zu etablieren, und zwar ohne die nun gechassten Personen unnötig zu beschädigen, wie dies beispielsweise Innenminister de Maiziere mit seinem Staatssekretär Hanning gemacht hat.

Auch die Kommunikatoren der Bundeswehr sind gut beraten, sich auf diesen neuen Stil schnell einzustellen und die Vorgaben des Ministers ernst zu nehmen. Zu Guttenberg ist kein Trickser. Sein Bluff ist die Realität. Er sagt, was er tut und tut, was er sagt – auch und gerade wenn er politisch agiert und zunächst unverbindlich bleiben muss. Bei einem Punkt aber ist er verbindlich – und vermutlich unerbittlich – diejenigen, die Verantwortung haben (wollen), werden sich dieser auch stellen müssen.

Die Rücktritte von Schneiderhan und Wichert sind in diesem Sinne paradigmatisch. Es wäre nicht überraschend, wenn sich manch einer in der Stauffenbergstraße schon bald die Zeit des Herumwurschtelns der Ära Jung/Raabe zurückwünschen wird. Alle anderen können die Hoffnung haben, dass sie nicht dafür abgestraft werden, wenn sie es wagen, sich ihres Verstandes zu bedienen.


erschienen am 27.11.09 auf www.bendler-blog.de
Bildquelle: Bundeswehr


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Sonntag, 23. Juli 2017


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Online veröffentlicht am
27. November '09 um 14:44 Uhr (CET).


Sascha Stoltenow ist Kommunikationsberater und hat zuvor an der Universität der Bundeswehr in Hamburg und der Central Connecticut State University Geschichts- und Sozialwissenschaften studiert. Nach 10 Jahren als Offizier der Fallschirmjägertruppe ging er als Redakteur zum Bataillon für Operative Information und baute dort die ersten Einsatzkameratrupps der Bundeswehr auf.


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