Posttraumatischen Belastungsstörungen - Krieg im Kopf
Posttraumatischen Belastungsstörungen
Krieg im Kopf
Die Bundeswehr reagiert auf die gestiegenen Zahlen der zu behandelnden Einsatzrückkehrer, die unter Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leiden. Zusätzlich geschaffene Beratungsangebote auf der Homepage sowie einer eingerichteten anonymen Telefon-Hotline ergänzen die bestehenden Behandlungs- und Beratungsmöglichkeiten des Psychosozialen Netzwerks der Bundeswehr.

Wurden im Jahr 2006 noch 83 Soldaten an den Bundeswehrkrankenhäusern wegen posttraumatischer Störungen untersucht, hat sich diese Zahl bis 2008 mit 245 Behandelten nahezu verdreifacht. Die veränderten Herausforderungen an die Soldaten im Einsatz stellen hohe Anforderungen an die psychische und physische Belastbarkeit.

Fast 62.000 Soldaten der Bundeswehr waren in den vergangenen drei Jahren in Afghanistan und auf dem Balkan im Einsatz. Zwar werden die Soldaten auf die Einsätze vorbereitet, die Konfrontation mit einer realen kritischen Situation bleibt trotzdem schwer steuerbar. „Die Vorbereitungen im Rahmen eines Trainings sind mit einem Ersten-Hilfe-Kurs vor der Führerscheinprüfung zu vergleichen“, sagt Dr. Rainer Schubmann, Chefarzt für psychosomatische und kardiologische Rehabilitation der Klinik Möhnsee dem IMS. „Auch dieser hat nichts mit der Realität zu tun, die Ihnen begegnet, wenn sie in einen Unfall auf der Autobahn verwickelt werden.“

So lassen sich weder typische Situationen benennen, die zu einer PTBS führen können, noch lässt sich die individuelle Reaktion eines Menschen vorhersagen. „Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass die Belastungsgrenze daran gemessen werden kann, wie stabil das soziale Umfeld eines Menschen ist“, so Schubmann.

Symptome einer möglichen Belastungsstörung sind Schlafstörungen, Alpträume, Gereiztheit Angstzustände und Wahrnehmungsverschiebung. Sie entwickeln sich nach der Konfrontation mit einem extrem traumatischen Ereignis. Oft führen die Fehleinschätzungen der eigenen Belastbarkeit dazu, dass die Therapiemöglichkeiten von vielen Soldaten nicht wahrgenommen werden. Auch das Selbstbild eines Soldaten spielt laut Schubmann beim Verharmlosen möglicher Symptome eine große Rolle: „Ein Soldat ist jemand, der nicht gleich zuckt und weint, wenn es ihm einmal schlecht geht, sondern dies eben durchzustehen hat.“

Gerade Angehörige und Freunde sind in einer solchen Situation durch aufmerksames Beobachten gefragt. Sie können sich im Internet unter www.ptbs-hilfe.de bzw. www.wenn-die-seele-schreit.de über Hintergründe und Hilfsangebote zur PTBS informieren. Weitere Hilfe bietet eine anonyme Telefon-Hotline. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 588 7957 können jederzeit Fragen zu der Erkrankung und zu entsprechenden Hilfs- und Behandlungsmöglichkeiten gestellt werden.

Foto: Bundeswehr


Kommentieren Sie diesen Artikel
 
 
Samstag, 18. November 2017


Diese Webseite teilen
mit AddThis





Immer informiert
Folgen Sie uns!
Folgen Sie IMS auf Twitter  Werden Sie Fan von IMS auf Facebook  Abonnieren Sie kostenlos unseren RSS-Feed


Mehr Informationen
zum gewählten Artikel
Online veröffentlicht am
03. Oktober '09 um 17:29 Uhr (CET).


Sascha Rahn

Sascha Rahn ist leitender Redakteur.

Kontaktieren Sie den Autor.


Dieser Artikel umfasst 388 Wörter und wurde noch nicht kommentiert.

Kommentieren Sie diesen Artikel


Twitter
Die letzten 3 Tweets


    Aktuelle Ausgabe
    Nr. 2, 2011
    Mit Sicherheit vernetzt - Social / Military Media - Nr. 2, 2011

    Mit Sicherheit vernetzt
    Social / Military Media

    → Inhaltsverzeichnis


    Facebook
    Werden Sie Fan von uns
    Redakteur-Login

    PhishMEDIA
    • Anzeige

    • Unsere Partner